
A. Kunze & Co
Von Annaberg nach Weipert — eine Prägefabrik schreibt Geschichte
- Gegründet
- 1872
- Weipert ab
- 1905
- Beschäftigte
- ~800
- Heute
- Amberg, Bayern
ls das Annaberger Erzgebirge im späten 19. Jahrhundert zur Welthauptstadt der Kartonagenpräge-Industrie aufstieg, war es Gustav Emil Kunze, der 1872 inmitten dieses Gewerbezweiges sein Unternehmen gründete. Nach seinem Tod 1888 trieb sein Sohn Albert Emil Kunze die Expansion beharrlich voran: Der Erwerb der Sehmaer Papierfabrik 1896 sicherte die Rohstoffversorgung von jährlich 50.000 Zentnern Pappe — eine strategische Weichenstellung, die das Wachstum des Unternehmens über Jahrzehnte trug.

A. Kunze & Co — Historisches Dokument, Weipert
Weipert · 1905
Die Zweigstelle an der Armenhausgasse
1905 eröffnete Kunze eine Zweigstelle in Weipert an der Armenhausgasse — ein imposanter Fabrikbau, der das Stadtbild prägte und 1913 nochmals erheblich erweitert wurde. In Spitzenzeiten beschäftigte das Weiperter Werk rund 800 Arbeiter, die mehr als 5.000 Prägewerkzeuge bedienten.
Allein der Sargdekorations-Katalog von 1922 umfasste 2.000 Artikel — ein Maßstab für die Spezialisierung und den Umfang der Weiperter Fertigung. Im Ersten Weltkrieg stellte das Werk zeitweise auf die Produktion von Papiergarn für Sandsäcke um; eine pragmatische Anpassung an die Kriegswirtschaft, nach der sich das Exportgeschäft nur langsam wieder erholte.

Fabrikgebäude an der Armenhausgasse, Ansichtskarte 1907
Damals & Heute

Das Weiperter Fabrikgebäude, circa 1913

Das Gebäude heute — Vejprty, Fertigung von Elektroschaltanlagen
Kriegsende & Nachkriegszeit
Von Weipert nach Amberg
Der Zweite Weltkrieg unterbrach das Exportgeschäft schwerwiegend; 1939 erzielte das Unternehmen noch seinen höchsten Umsatz. Die Annaberger Zentrale wurde 1945 zerstört, 1953 wieder aufgebaut und anschließend verstaatlicht. Das Weiperter Gebäude von 1913 steht noch heute und beherbergt nun die Fertigung von Elektroschaltanlagen.
Die Unternehmerfamilie Kunze verlegte den Betrieb 1954 nach Amberg in Bayern, wo das Unternehmen in fünfter Generation weitergeführt wird — heute mit Engelsschwingen statt Krippenerzeugnissen, aber mit derselben Handwerkskunst, die einst Weipert geprägt hat.
Zeittafel
1872
Gründung in Annaberg durch Gustav Emil Kunze
1888
Albert Emil Kunze übernimmt nach dem Tod des Gründers
1896
Kauf der Sehmaer Papierfabrik zur Rohstoffsicherung
1905
Eröffnung der Zweigstelle in Weipert, Armenhausgasse
1913
Erhebliche Erweiterung des Weiperter Werks
1939
Höchster Jahresumsatz in der Unternehmensgeschichte
1954
Verlegung nach Amberg, Bayern
Heute
Fünfte Generation führt das Unternehmen in Amberg
1872
Gründung in Annaberg durch Gustav Emil Kunze
1888
Albert Emil Kunze übernimmt nach dem Tod des Gründers
1896
Kauf der Sehmaer Papierfabrik zur Rohstoffsicherung
1905
Eröffnung der Zweigstelle in Weipert, Armenhausgasse
1913
Erhebliche Erweiterung des Weiperter Werks
1939
Höchster Jahresumsatz in der Unternehmensgeschichte
1954
Verlegung nach Amberg, Bayern
Heute
Fünfte Generation führt das Unternehmen in Amberg
Weihnachtliche Prägekunst
2.000 Krippenerzeugnisse im Katalog

Handgeprägte Weihnachtskrippe — Erzeugnis der Weiperter Fertigung
Die Weiperter Kartonagenpräge produzierte aufwendige Krippenerzeugnisse — allein im Katalog von 1922 fanden sich 2.000 Artikel für Sargdekoration und Festtagsgestaltung. Diese Tradition verband die Fabrik eng mit dem Weiperter Brauchtum des Lichtlohmd.
5.000 Prägewerkzeuge, 2.000 Katalogartikel, fünf Generationen — A. Kunze & Co hat seine Spuren tief in die Geschichte Weiperts eingraviert.
Bildmaterial
6 Aufnahmen

